Zum Inhalt springen
05741 / 320 1944
Holzlexikon · Laubholz

Platane

Platanus × hispanica

Allgemeine Beschreibung

Die Platane, im Straßenbild vieler Städte vertreten, liefert ein Holz mit einer Besonderheit: Im Spiegelschnitt zeigt es dicht gestellte, glänzende Markstrahlen, die eine schuppige Zeichnung ergeben. Im englischen Sprachraum heißt das Ergebnis treffend Lacewood.

Im Sehnenschnitt ist das Holz dagegen unauffällig hell und feinporig. Erst der richtige Schnitt macht aus Platane ein Gestaltungsmaterial – das erklärt, warum es überwiegend als Furnier verarbeitet wird.

Eigenschaften von Platanenholz

Der Grundton ist hell rötlich-grau bis hellbraun, Splint und Kern sind kaum unterscheidbar. Die Textur ist fein und gleichmäßig.

Platanenholz ist mittelhart, gut spaltbar und lässt sich sauber messern. Es arbeitet allerdings merklich und braucht eine kontrollierte Trocknung.

Eigenschaften im Überblick:

  • auffällige Spiegelzeichnung im Spiegelschnitt
  • feine, gleichmäßige Textur
  • gut messerbar für Furniere
  • gut zu beizen und zu polieren
  • mittlere Härte
  • neigt zum Arbeiten

Technische Merkmale

Merkmal Beschreibung
Holzart Laubholz
Botanischer Name Platanus × hispanica
Herkunft Europa, Vorderasien
Farbe Hell rötlich-grau bis hellbraun
Struktur Zerstreutporig, feine Textur, im Spiegelschnitt auffällige Spiegel
Rohdichte ca. 620–680 kg/m³
Festigkeit Mittel
Bearbeitung Gut möglich
Natürliche Dauerhaftigkeit Gering

Verwendung

Platane wird vor allem für gestaltete Sichtflächen genutzt:

  • Furniere für Möbel und Türen
  • Möbelfronten und Einlegearbeiten
  • Innenausbau mit Gestaltungsanspruch
  • Drechsel- und Kunsthandwerksarbeiten
  • Musikinstrumentenbau
  • Schnitzarbeiten

Verarbeitung und Oberflächenbehandlung

Sägen, Hobeln und Fräsen sind unproblematisch. Für die charakteristische Zeichnung muss im Spiegelschnitt aufgetrennt werden – das setzt entsprechend starke Stämme voraus.

Die feine Struktur lässt sich sehr gut schleifen und polieren. Beizen ziehen gleichmäßig ein, was für farbige Gestaltungen interessant ist.

Wegen der Neigung zum Arbeiten sollten größere Flächen verleimt oder als Furnier auf einen stabilen Träger aufgebracht werden.

Vorteile von Platanenholz

  • einzigartige Spiegelzeichnung
  • feine, edle Oberfläche
  • sehr gut zu polieren und zu beizen
  • heimisches Holz
  • gut messerbar
  • vielseitig gestaltbar

Zu beachten

Die Zeichnung entsteht nur im Spiegelschnitt. Wer sie erwartet, muss den Schnitt ausdrücklich bestellen.

Das Holz ist nicht dauerhaft und arbeitet stark. Für Außenbauteile und maßkritische Konstruktionen ist es nicht geeignet.

Nachhaltigkeit und Herkunft

Platanenholz fällt überwiegend bei der Pflege von Alleen und Stadtbäumen an. Seine Verwendung nutzt Holz, das sonst als Hackschnitzel enden würde.

Regionale Herkunft ist die Regel – Platanen wachsen in ganz Mitteleuropa.

Zusammenfassung

Platanenholz überzeugt durch die glänzende Spiegelzeichnung im Spiegelschnitt. Ein feines, gut zu bearbeitendes Möbelholz für Flächen, die auffallen sollen – im Innenbereich.