
Modifiziertes Holz
5 Werkstoffe mit Eigenschaften, Kennwerten und Einsatzbereichen.
Nicht jedes dauerhafte Holz muss aus dem Tropenwald kommen. Wenn heimische Hölzer für den Außenbereich zu wenig widerstandsfähig sind, gibt es einen zweiten Weg: das Holz so zu verändern, dass es Feuchtigkeit kaum noch aufnimmt. Wo kein Wasser hineinkommt, finden holzzerstörende Pilze keine Lebensgrundlage.
Drei Wege zur Dauerhaftigkeit
Thermische Modifizierung erhitzt das Holz unter Sauerstoffabschluss auf 180 bis 215 °C. Die Zucker in der Zellwand zerfallen, das Holz wird durchgefärbt braun, formstabil und dauerhaft – ohne jeden Zusatzstoff. Der Preis dafür: Die Festigkeit sinkt, das Holz wird spröder und ist für tragende Bauteile nicht mehr geeignet.
Acetylierung setzt die wasseranziehenden Gruppen in der Zellwand chemisch um. Das Ergebnis – im Handel als Accoya bekannt – erreicht Dauerhaftigkeitsklasse 1 bei einem um rund drei Viertel reduzierten Quell- und Schwindverhalten. Für Fenster mit schmalen Profilen ist das derzeit die technisch beste Lösung.
Verdichtung und Verklebung macht aus Bambusfasern ein Material, das härter ist als die meisten Harthölzer. Bambus ist botanisch ein Gras, verhält sich technisch aber wie ein Hartholz und wächst in vier bis fünf Jahren nach.
Und WPC?
Wood-Plastic-Composite ist kein Holz, sondern ein Verbundwerkstoff aus Holzmehl und Kunststoff. Es steht hier, weil es bei Terrassen und Zäunen die häufigste Alternative zum Vollholz ist und Kunden den ehrlichen Vergleich brauchen: pflegearm und splitterfrei, aber mit starker Wärmedehnung, heißen Oberflächen und ohne Möglichkeit zur Aufarbeitung.
Was wann sinnvoll ist
Für Fassaden und Sichtschutz ist Thermoholz meist die wirtschaftlichste Wahl. Für Fenster und Bauteile, die Jahrzehnte halten und maßhaltig bleiben müssen, führt der Weg zu Accoya. Für harte, pflegearme Böden ist verdichteter Bambus interessant. Und wer im Garten ganz auf Pflege verzichten will, landet bei WPC – mit den genannten Einschränkungen.
Welcher Weg zu Ihrem Projekt passt, klären wir am besten im Gespräch. Oft ist auch ein heimisches Dauerholz wie Robinie oder Edelkastanie die einfachere Antwort.
Alle 5 Einträge
Accoya
Pinus radiata, acetyliert
- Rohdichte
- ca. 500–550 kg/m³
- Dauerhaftigkeit
- 1sehr dauerhaft
- Härte
- mittel
- Herkunft
- Europa (Modifizierung)
- Fenster & Türen
- Terrasse
- Fassade
- Garten & Zaun
Bambus
Phyllostachys pubescens (Moso)
- Rohdichte
- ca. 700–1200 kg/m³ je nach Verdichtung
- Dauerhaftigkeit
- 2dauerhaft
- Härte
- sehr hart
- Herkunft
- Asien
- Boden
- Terrasse
- Innenausbau
- Möbel
Thermoesche
Fraxinus excelsior, thermisch modifiziert
- Rohdichte
- ca. 620–680 kg/m³
- Dauerhaftigkeit
- 2dauerhaft
- Härte
- hart
- Herkunft
- Europa
- Terrasse
- Fassade
- Boden
- Sauna
Thermokiefer
Pinus sylvestris, thermisch modifiziert
- Rohdichte
- ca. 450–500 kg/m³
- Dauerhaftigkeit
- 2dauerhaft
- Härte
- weich
- Herkunft
- Europa
- Fassade
- Terrasse
- Sauna
- Garten & Zaun
WPC
- Rohdichte
- ca. 1100–1400 kg/m³
- Herkunft
- industriell
- Terrasse
- Garten & Zaun
- Fassade
