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Holzlexikon · Modifiziertes Holz

Thermoesche

Fraxinus excelsior, thermisch modifiziert

Allgemeine Beschreibung

Thermoesche ist heimische Esche, die bei 180 bis 215 °C unter Sauerstoffabschluss behandelt wurde. Dabei zerfallen die Zucker in der Zellwand – genau die Stoffe, von denen holzzerstörende Pilze leben. Zurück bleibt ein Holz, das Feuchtigkeit kaum noch aufnimmt und deshalb dauerhaft ist.

Es kommt keine Chemie zum Einsatz, nur Hitze und Wasserdampf. Damit ist Thermoesche eine der überzeugendsten Antworten auf die Frage nach heimischen Terrassen- und Fassadenhölzern.

Eigenschaften von Thermoesche

Die Bräunung geht durch den gesamten Querschnitt – anders als bei einer Lasur. Anschnitte und Bohrungen zeigen dieselbe Farbe wie die Oberfläche.

Das Quell- und Schwindverhalten sinkt um etwa die Hälfte. Thermoesche liegt deshalb sehr ruhig, was besonders bei Fassaden und breiten Dielen zählt. Im Gegenzug nimmt die Biegefestigkeit ab und das Holz wird spröder.

Eigenschaften im Überblick:

  • durchgehend braun gefärbt ohne Chemie
  • Quell- und Schwindverhalten etwa halbiert
  • gute natürliche Dauerhaftigkeit nach der Behandlung
  • heimisches Holz mit kurzen Transportwegen
  • geringere Festigkeit als unbehandelte Esche
  • spröder, neigt beim Bohren zum Splittern

Technische Merkmale

Merkmal Beschreibung
Holzart Modifiziertes Holz
Botanischer Name Fraxinus excelsior, thermisch modifiziert
Herkunft Europa, Modifizierung in Europa
Farbe Durchgehend mittel- bis dunkelbraun
Struktur Ringporig wie Esche, Zeichnung durch die Bräunung gedämpft
Rohdichte ca. 620–680 kg/m³
Festigkeit Mittel, gegenüber unbehandelter Esche reduziert
Bearbeitung Gut möglich, spröder als unbehandeltes Holz
Natürliche Dauerhaftigkeit Gut

Verwendung

Thermoesche wird für sichtbare, bewitterte Flächen eingesetzt:

  • Terrassendielen
  • Fassadenschalungen und Rhombusprofile
  • Sichtschutzelemente
  • Saunabänke und Saunaverkleidungen
  • Parkett im Innenbereich
  • Möbel für den Außenbereich

Für tragende Bauteile ist Thermoholz wegen der reduzierten Festigkeit nicht geeignet – die Unterkonstruktion sollte aus unbehandeltem oder imprägniertem Holz bestehen.

Verarbeitung und Oberflächenbehandlung

Sägen, Hobeln und Fräsen sind gut möglich. Weil das Holz spröder ist, sollte grundsätzlich vorgebohrt und mit reduziertem Drehmoment verschraubt werden.

Der Feinstaub ist trockener und feiner als bei unbehandeltem Holz. Gute Absaugung einplanen.

Unbehandelt vergraut Thermoesche silbrig. Wer das satte Braun halten möchte, verwendet ein pigmentiertes UV-Schutzöl und frischt regelmäßig auf.

Vorteile von Thermoesche

  • dauerhaft ohne chemischen Holzschutz
  • heimisches Holz statt Tropenholz
  • durchgefärbt, Anschnitte fallen nicht auf
  • sehr formstabil
  • warmer, dunkler Farbton
  • für Sauna und Feuchtbereiche geeignet

Zu beachten

Die reduzierte Festigkeit und Sprödigkeit sind die entscheidenden Einschränkungen. Vorbohren ist Pflicht, tragende Anwendungen sind ausgeschlossen.

Die Vergrauung setzt wie bei jedem unbehandelten Außenholz ein. Wer das Braun erwartet, muss pflegen.

Nachhaltigkeit und Herkunft

Als Ausgangsmaterial dient heimische Esche aus europäischer Forstwirtschaft. Die Modifizierung erfolgt ohne Zusatzstoffe, das Holz bleibt am Ende der Nutzung unbedenklich verwertbar.

Für die Behandlung wird Energie benötigt. In der Gesamtbilanz schneidet Thermoholz gegenüber importierten Tropenhölzern dennoch klar besser ab.

Zusammenfassung

Thermoesche macht heimische Esche durch reine Hitzebehandlung dauerhaft und formstabil – durchgefärbt braun, ohne Chemie. Für Terrasse, Fassade und Sauna eine überzeugende Alternative zum Tropenholz.