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Holzlexikon · Modifiziertes Holz

Bambus

Phyllostachys pubescens (Moso)

Allgemeine Beschreibung

Bambus ist botanisch ein Gras, kein Holz. Technisch verhält er sich aber wie ein Hartholz – und übertrifft in verdichteter Form die meisten davon an Härte.

Verarbeitet wird nicht der Halm, sondern daraus gewonnene Lamellen oder Fasern, die verklebt und verpresst werden. Die Bauweise entscheidet über die Eigenschaften: flach oder vertikal verleimt für den Innenbereich, strangverdichtet für hoch belastete Böden und Terrassen.

Eigenschaften von Bambus

Der Grundton ist hell strohfarben. Durch Dampfbehandlung entsteht ein karamellbrauner Ton, der durch das gesamte Material geht.

Strangverdichteter Bambus erreicht Rohdichten über 1100 kg/m³ und Härtewerte, die Eiche deutlich übertreffen. Die Formstabilität ist bei guten Qualitäten hoch, bei billiger Ware dagegen ein Problem.

Eigenschaften im Überblick:

  • sehr hart und abriebfest
  • extrem schnell nachwachsend
  • hohe Festigkeit
  • gleichmäßiges, technisch anmutendes Erscheinungsbild
  • als Outdoor-Qualität auch für Terrassen geeignet
  • Eigenschaften stark von Bauweise und Qualität abhängig

Technische Merkmale

Merkmal Beschreibung
Holzart Modifiziertes Holz
Botanischer Name Phyllostachys pubescens (Moso)
Herkunft Asien, überwiegend China
Farbe Hell strohfarben bis karamellbraun, je nach Behandlung
Struktur Faserbündel ohne Jahrringe, Zeichnung abhängig von der Bauweise
Rohdichte ca. 700–1200 kg/m³ je nach Verdichtung
Festigkeit Sehr hoch
Bearbeitung Gut möglich, Hartmetall erforderlich
Natürliche Dauerhaftigkeit Gut (bei Outdoor-Qualitäten)

Verwendung

Bambus wird als Plattenmaterial und Diele verarbeitet:

  • Parkett und Fertigböden
  • Terrassendielen (strangverdichtete Outdoor-Qualität)
  • Arbeitsplatten und Möbelplatten
  • Wand- und Deckenverkleidungen
  • Treppenstufen
  • Fassadenelemente

Verarbeitung und Oberflächenbehandlung

Wegen der hohen Dichte sind Hartmetallwerkzeuge nötig, Vorbohren ist bei Schrauben Pflicht.

Die Klebstofffugen können Werkzeugschneiden stärker belasten als reines Holz. Scharfe Schneiden und angepasste Vorschübe verlängern die Standzeiten.

Bei Böden auf die Feuchte im Raum achten: Bambusparkett reagiert auf sehr trockene Heizungsluft mit Fugenbildung. Eine Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent ist anzustreben.

Vorteile von Bambus

  • härter als die meisten Harthölzer
  • Erntereife nach vier bis fünf Jahren
  • gleichmäßige, wiederholbare Qualität
  • durchgefärbt bei gedämpften Varianten
  • auch für Terrassen und Fassaden verfügbar
  • wirtschaftlich im Verhältnis zur Härte

Zu beachten

Die Qualitätsunterschiede am Markt sind groß. Billige Ware zeigt Delaminierung und starkes Arbeiten – auf Hersteller, Bauweise und Prüfzeugnisse achten.

Bambus ist kein Vollholz. Für Anwendungen mit Anforderungen an Emissionen sollten Angaben zum Klebstoff und zur Emissionsklasse vorliegen.

Nachhaltigkeit und Herkunft

Bambus wächst außergewöhnlich schnell und ist nach vier bis fünf Jahren erntereif, ohne dass die Pflanze absterben muss. Das macht ihn zu einem der am schnellsten nachwachsenden Baustoffe überhaupt.

Gegenzurechnen sind Transportweg aus Asien und Klebstoffeinsatz. Zertifizierte Ware und geprüfte Emissionsklassen sind bei Bambus besonders relevant.

Zusammenfassung

Bambus ist botanisch ein Gras, technisch ein sehr hartes Plattenmaterial mit kurzer Nachwachszeit. Für Böden, Arbeitsplatten und – als strangverdichtete Qualität – auch für Terrassen.