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Holzlexikon · Modifiziertes Holz

WPC

Allgemeine Beschreibung

WPC steht für Wood-Plastic-Composite: ein Verbundwerkstoff aus Holzmehl und thermoplastischem Kunststoff, meist Polyethylen oder Polypropylen, plus Additive. Der Holzanteil liegt je nach Produkt zwischen 50 und 70 Prozent.

WPC ist kein Holz und wird hier nicht als solches geführt – es steht im Lexikon, weil es bei Terrassen und Zäunen die häufigste Alternative zum Vollholz ist und Kunden den Vergleich brauchen.

Eigenschaften von WPC

Das Material ist homogen und werkseitig durchgefärbt. Es splittert nicht, vergraut nicht ungleichmäßig und muss nicht geölt werden – die Pflege beschränkt sich auf Reinigen.

Dafür verhält es sich anders als Holz: Es dehnt sich bei Wärme deutlich in der Länge aus, wird in der Sonne heißer als Holz und lässt sich nicht abschleifen. Kratzer und Flecken bleiben.

Eigenschaften im Überblick:

  • splitterfrei und barfußfreundlich
  • kein Ölen oder Lasieren nötig
  • werkseitig durchgefärbt, gleichmäßige Optik
  • hohe Längenausdehnung bei Wärme
  • wird in der Sonne heiß
  • nicht abschleifbar oder aufarbeitbar

Technische Merkmale

Merkmal Beschreibung
Holzart Modifiziertes Holz
Herkunft Industriell hergestellt, überwiegend in Europa und Asien
Farbe Werkseitig eingestellt, von hellgrau bis dunkelbraun
Struktur Homogen, mit aufgeprägter oder gebürsteter Oberfläche
Rohdichte ca. 1100–1400 kg/m³
Festigkeit Mittel, temperaturabhängig
Bearbeitung Gut möglich mit Holzwerkzeug
Natürliche Dauerhaftigkeit Nicht nach EN 350 einstufbar – kein Vollholz

Verwendung

WPC wird vor allem im privaten Außenbereich eingesetzt:

  • Terrassendielen mit geringem Pflegeaufwand
  • Balkon- und Dachterrassenbeläge
  • Sichtschutzzäune und Zaunfüllungen
  • Fassadenelemente
  • Poolumrandungen
  • Blumenkästen und Gartenelemente

Die Unterkonstruktion besteht auch bei WPC-Belägen meist aus Holz oder Aluminium – hier lohnt der Blick in die Systemvorgaben des Herstellers.

Verarbeitung und Oberflächenbehandlung

WPC lässt sich mit Holzwerkzeugen sägen, bohren und fräsen. Feine Zähne und langsame Vorschübe verhindern, dass der Kunststoff schmiert.

Die Herstellervorgaben zu Auflagerabständen, Fugenbreiten und Befestigungssystemen sind bei WPC keine Empfehlung, sondern Bedingung für die Gewährleistung. Die Längenausdehnung erfordert deutlich größere Stirnfugen als bei Holz.

Ein Nachbearbeiten der Oberfläche ist nicht möglich. Beschädigte Dielen werden getauscht, nicht abgeschliffen.

Vorteile von WPC

  • sehr geringer Pflegeaufwand
  • splitterfrei
  • farblich gleichmäßig und planbar
  • kein Vergrauen
  • unempfindlich gegen Pilze und Insekten
  • in vielen Farben und Oberflächen verfügbar

Zu beachten

Die Längenausdehnung bei Wärme ist der häufigste Grund für Reklamationen. Fugenmaße exakt nach Herstellerangabe einhalten.

Dunkle Oberflächen werden in der Sonne sehr heiß – barfuß unangenehm. Bei Südterrassen hellere Farbtöne wählen.

Kratzer und Flecken lassen sich nicht wegschleifen. Wer eine aufarbeitbare Fläche möchte, ist mit Vollholz besser beraten.

Nachhaltigkeit und Herkunft

WPC enthält Holzmehl, häufig aus Reststoffen, und Kunststoff, teils aus Rezyklat. Die Verbundstruktur macht ein Recycling am Nutzungsende jedoch schwierig – Vollholz ist hier klar im Vorteil.

Wer Pflegearmut sucht, aber beim Naturstoff bleiben will, sollte sich Thermoholz und Accoya ansehen: dauerhaft, aufarbeitbar und am Nutzungsende unproblematisch.

Zusammenfassung

WPC ist kein Holz, sondern ein Verbundwerkstoff: pflegearm, splitterfrei und farblich planbar. Preis dafür sind die starke Wärmedehnung, heiße Oberflächen und die fehlende Möglichkeit zur Aufarbeitung.